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Video-Skript zu:
Kommentiert durch Paul McCartney
geschrieben von Tony Wardle
Vor etwa 4000 Mio. Jahren entstand die Erde. Niemand weiss, wie oder
warum.
Seither hat sich im Wasser, auf dem Lande und in der Luft Leben
entwickelt.
Nun läuft die Zeit ab.
Stellen Sie sich die ganze Weltgeschichte als eine Zeitspanne von
einem Jahr vor.
Dieses Jahr begann am 1. Januar. Bald darauf entstanden die ersten
Bakterien.
Das Wunder der Evolution folgte, Wasser, Sümpfe und Festland
belebten sich.
Quallen und Spinnen erschienen erst anfangs November. Der erste Farn
wuchs am 20. November.
Fische bevölkerten die Gewässer und gleichzeitig eroberten
Insekten die Luft.
Vom 1. Bis zum 15. Dezember übernahmen Dinosaurier die
Herrschaft.
Am 31. Dezember, um 15 Minuten vor zwölf, tauchten die Menschen
auf.
Mit dem Beginn der industriellen Revolution vor 2 Sekunden begannen
wir die Erde auszubeuten, wodurch sie heute in höchster Gefahr
ist.
Verschwendete Nahrung, vergeudetes Land
Die Umwelt ist ein fein gewobenes Gebilde.
Es beginnt sich vor unseren Augen aufzulösen.
Ein Grossteil der Schuld ist dem Fleischkonsum zuzuschreiben.
Für den Menschen besteht keine physische Notwendigkeit, Fleisch
zu essen.
Und doch ist der Nutztierbestand heute dreimal grösser als die
Anzahl Menschen.
Der Appetit der Nutztiere auf Gras, Mais und Weizen ist so gross,
dass heute fast 80% des Landwirtschaftslandes in Grossbritannien
für die Futterproduktion genutzt wird.
10 kg pflanzliches Eiweiss benötigt man für die Produktion
von 1 kg Fleisch - eine unglaubliche Verschwendung.
Um diese Futtermengen zu beschaffen, wird der Boden bis zum Kollaps
intensiv bewirtschaftet, zwangsernährt mit Pestiziden und
Dünger.
Pestizide sind Gifte, zur Vernichtung von Unkraut, Insekten und
Pilze.
Sie können auch für Menschen tödlich sein.
Es ist bekannt, dass beim Einsatz von Pestiziden nicht nur sogenannte
Schädlinge getötet werden.
Das natürliche Gleichgewicht des Oekosystems wird gestört.
Wir wissen, dass sich die Gifte in Tieren anreichern, die kleinere
Tiere essen.
Ein Wasservogel am Ende der Nahrungskette kann z.B. Pestizide im
Körper haben, die 80'000 mal stärker konzentriert sind als
im Gewässer.
50 der verwendeten chemischen Stoffe stehen unter dem Verdacht, Krebs
zu verursachen.
Fleisch enthält etwa 14 mal mehr Rückstände als
Pflanzen.
Spuren von Pestiziden findet man in fast allen Lebensmitteln.
Müssten die Bauern keine Tiere mehr ernähren, so
könnten sie die Felder wieder vielfältiger nutzen.
Sie könnten ihr Land biologisch bewirtschaften und sich von den
Giften abwenden.
Auf die Dauer kann der Boden der Forderung, immer mehr Ertrag zu
liefern, nicht standhalten.
Das überhöhte Produktionsniveau kann nur vorübergehend
gewährleistet werden, indem man das Land mit teuren Düngern
auf Stickstoffbasis vollpumpt. Ein Teil des Stickstoffs fliesst in
Gewässer.
Dort bewirkt er explosionsartigen Algen- und Bakterienwachstum und
erstickt andere Lebewesen.
Ein anderer Teil fliesst ins Grundwasser. Wenn wir aufhörten,
Tiere zu essen, könnte die ganze Bevölkerung mit nur 30%
der Nutzfläche ernährt werden, ohne chemische Dünger.
Der Boden könnte wieder atmen, sich regenerieren und seine
Gesundheit wiedererlangen.
Fakten 1:
| 38% des Getreides in der Welt wird an Nutztiere verfüttert.
Im Durchschnitt wird auf 10 kg verfüttertes Getreide nur gerade 1 kg Fleisch produziert. Der Rest wird zu Mist und Jauche. |
| Im Vergleich zu Fleischessern benötigt man nur die
Hälfte des Bodens, um einen Vegetarier zu ernähren. Und
schon ein Viertel davon reicht für einen Veganer.
Allein Grossbritannien könnte 250 Millionen Menschen mit rein pflanzlicher Kost ernähren. |
| Würde die ganze Welt die Essgewohnheiten der US-Amerikaner übernehmen, könnte nur die Hälfte der momentanen Weltbevölkerung ernährt werden. |
Abholzung
Regenwälder sind einmalig in ihrer Vielfalt. Sie beherbergen
mehr als die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten. Viele
Heilmittel kommen aus dem Regenwald: Betäubungsmittel,
Medikamente gegen Krebs, die Anti-Baby-Pille.
Die Regenwälder halten den Boden zusammmen und absorbieren
Regenwasser.
Neue Pflanzen wachsen auf den Rückstanden der alten.
Sie nehmen Kohlendioxid auf und produzieren Sauerstoff.
Regenwälder sind Natur im Gleichgewicht - und wir zerstören
sie.
Vor 1950 bedeckten Regenwälder 14% des gesamten Landes.
Die Hälfte ist schon verschwunden, und jedes Jahr verschwindet
eine weitere Fläche so gross wie Grossbritannien.
Und wozu?
Vor allem, um Weideland für Viehherden zu erhalten, oder um
Soyabohnen als Nahrung für diese anzubauen. Der Grossteil der
Soyabohnen wird an Industrienationen geliefert. In etwa 7 Jahren ist
der Boden verbraucht und fast abgestorben.
Fakten 2:
| Bis zu 90% aller Tierarten sind im Regenwald zu finden.
Pro Jahr werden über 164'000 Quadratkilometer Regenwald vernichtet. |
| In Costa Rica ist 71% des gerodeten Landes Weideland. Nepal hat in den vegangenen 20 Jahren ca. 50% seiner Wälder für Viehweiden verloren. |
| Sogar frisch gerodetes Land kann nur ein Rind pro Hektar
ernähren.
1991 exportierte Lateinamerika fast 8 Millionen Tonnen Soyabohnen - hauptsächlich als Viehfutter. |
Globale Erwärmung
1989 beobachtete die Besatzung eines Spaceshuttles eine Rauchwolke, die sich über einer Million Quadratmetern des Amazonasgebietes ausbreitete. Ursache waren unzählige Feuer. Es handelte sich um Rodungen für Weideland. Beim Verbrennen von Pflanzen werden riesige Mengen an Kohlendioxid freigesetzt. Sie gelangen in die Atmosphäre und verhindern, dass die Wärme von der Erde ins Weltall entweicht. Ausserdem stösst jedes Rind täglich 60 Liter Methan aus, ein weiteres Treibhausgas. Abholzung und Viehzucht bilden zusammen die zweitgrösste Ursache für den Treibhauseffekt.
Fakten 3:
| Seit 1970 sind durch die Regenwaldabholzung in Lateinamerika
über 1.4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre
gelangt.
Methangas ist verantwortlich für 18% der globalen Erwärmung. Jedes Jahr vergrössert sich die Menge des Methans in der Atmosphäre um 1%. |
| 18% der Methanemissionen sind auf Viehzucht
zurückzuführen. Weltweit gibt es über 1.3 Milliarden
Rinder.
26% der Methanemissionen Englands stammen von Nutztieren. |
| Allein britische Viehherden tragen jährlich 1.15 Millionen Tonnen Methan zur globalen Erwärmung bei. |
Bodenzerstörung
Die Bevölkerung der USA, die grössten Fleischkonsumenten
der Welt, haben 1/3 ihrer besten Böden verloren.
Riesige Gebiete im Westen können nicht mehr landwirtschaftlich
genutzt werden. Das Land dient wieder als Weideland für
Büffel.
Unterirdische Wasserreservoire werden schneller geleert, als sie
wieder mit Regen gefüllt werden können.
Es wächst kein Gras mehr, und immer neue Böden müssen
als Weide herhalten.
Der Wasserverbrauch der Viehherden ist genauso verheerend wie die
Futterherstellung. Rinderzucht auf bewässerten Weiden verbraucht
12 mal mehr Wasser als Pflanzenanbau.
In Grossbritannien ist fast die Hälfte allen landwirtschaftlich
nutzbaren Bodens von Erosion bedroht, da intensive Landwirtschaft
Bodenstruktur zerstört.
Saurer Regen
Die Welt hat ein neues Problem: unendliche Mengen an
Tierexkrementen, welche 100mal verschmutzender sind als menschlicher
Abfall. Die Exkremente summieren sich, zuviel um vom Boden verwertet
zu werden.
Bakterien wandeln das Ammoniak in Säure um, diese verdunstet,
verbindet sich mit Stickoxiden von Düngern und ergibt,
kombiniert mit industrieller Verschmutzung, sauren Regen. Die Folgen
sind saure, unproduktive Böden und absterbende Wälder,
Flüsse und Seen. Oft vergessen angesichts der unzähligen
anderen Umweltkatastrophen, zerstört saurer Regen die
nördlichen Gebiete Europas und Amerikas. Ein Ende der
Viehproduktion würde die Zerstörung deutlich bremsen.
Fakten 4:
| Eine einzige Kuh produziert bis zu 23 Tonnen Jauche pro Jahr.
10 Schweine produzieren bis zu 21 Tonnen Jauche pro Jahr. Dies führt zu saurem Regen, Boden- und Wasserverschmutzung. |
| Aus der Viehhaltung stammendes Ammoniak ist eine Hauptursache
für sauren Regen. In manchen Gegenden verursacht es über
70% der Säure.
In Holland, wo es 7 mal mehr Schlachttiere als Menschen gibt, müssen Bauern ihre Herden um einen Viertel reduzieren, um das Waldsterben zu verringern. |
Bedrohte Meere
Trawler durchkreuzen die Meere und erbeuten immer grössere
Mengen immer kleinerer Fische. Grundschleppnetze zerstören
alles, was ihnen in den Weg kommt. Jedes Jahr kommen mehr
tödliche Thunfischtreibnetze zum Einsatz, und mit jedem Netz
müssen mehr Wale und Delphine, Rochen und Seevögel,
Schildkröten und Haie ihr Leben lassen. Einige Länder
schlachten weiterhin Wale ab - intelligente Säugetiere mit einer
Sprache, die komplexer ist als die unsere.
Intensive Fischerei macht auch vor den europäischen Meeren nicht
halt: Lachse, geheimnisvolle, umherwandernde Geschöpfe, sind die
Opfer. Es ist, wie wenn man Schwalben einsperrt. In Käfige
gedrängt können die Lachse nur mit Hilfe von Antibiotika
und Pestiziden überleben. Mit einem Farbstoff, der in den USA
verboten ist, wird ihr Fleisch gefärbt.
Und um diese gefangenen Tiere zu füttern, werden andere Fische
gefangen... 5 Pfund, um ein Pfund Lachsfleisch herzustellen.
PCB's sind Industriechemikalien. Sie gehören zu den giftigsten
bekannten Substanzen und verseuchen fast die Hälfte der
Nahrungskette der Meere.
Fakten 5:
| 9 der 17 grössten Fischereien der Welt sind im Niedergang begriffen. Alle anderen haben ihr Limit erreicht.
Weltweit werden jährlich 124 Milliarden Dollar ausgegeben, um Fisch im Wert von nur 70 Milliarden zu fangen. |
| Aktuelle Studien belegen, dass über 40 % der Nordseefische krank sind - oft von Krebsgeschwüren befallen.
Ungefähr 240'000 Tonnen PCB's, in Grossbritannien seit 1980 verboten, vergiften die Weltmeere. |
| Lachse, von Natur aus rastlose Wanderer, werden in Lachsfarmen auf engstem Raum zusammengepfercht: 15 kg Lachs auf einem Quadratmeter. |
Gesundheit und Wohlergehen
Angeblich sind wir die intelligentesten Lebewesen, zu komplexen
Gefühlen fähig. Und was tun wir? Wir sperren andere
Lebewesen in Einzelhaft, bis sie wahnsinnig werden. Wir verweigern
ihnen, ihre Grundbedürfnisse auszuleben.
Wir behandeln ihre Jungen, als wären es seelenlose Objekte und
essen sie dann. Lebhafte Hühner werden in Käfige
gezwängt, die so klein sind, dass sie nicht einmal ihre
Flügel ausbreiten können.
Sie werden gemästet in feuchten, dunklen Ställen, oft
verkrüppeln sie wegen ihres enormen Gewichtes.
Alle erwartet dasselbe Ende auf einem Fliessband. Und dann essen wir
sie.
Schmerz und Leiden sind relative Begriffe, sagt man.
Infektionen, die Billigfleisch mit sich bringen, werden
verdrängt: Campylobacter, Salmonellen, Rinderwahnsinn...
«Fleisch macht stark», sagt man uns und ignoriert, dass
Herzkrankheiten, Darmkrebs und andere Leiden durch Fleischkonsum
mitverursacht werden.
Profit kennt kein ethisches Bewusstsein, nur Bilanz und
Erfolgsrechnung.
Sowohl Tiere als auch Menschen werden als Objekte zur Ausbeutung
benutzt.
Fakten 6:
| Herzkrankheiten sind Todesursache Nr. 1 in den
Industrieländern.
Studien haben nachgewiesen, dass Vegetarier 30% weniger oft an Herzkrankheiten leiden als Fleischesser. |
| Krebs ist die Ursache für 1/4 aller frühzeitigen Todesfälle in Grossbritannien.
Mindestens 1/3 aller Krebsarten sind direkt auf das Essverhalten zurückzuführen. Viele Risikofaktoren werden bei vegetarischer Ernährung bedeutend vermindert. |
| Forschungen ergaben, dass die Häufigkeit von Dickdarm-,
Brust-, Prostatakrebs und anderen Krebsarten bei Vegetariern geringer ist.
Schätzungsweise 2'000'000 Menschen pro Jahr erleiden allein in Grossbritannien eine Lebensmittelvergiftung. Fast jede Lebensmittelvergiftung wird von Fleisch, Eiern oder Milchprodukten verursacht. |
In den letzten 2 Sekunden des Evolutionsjahres haben wir in einem nie zuvor dagewesenen Ausmass zerstört und vergiftet.
Wachstum und Konsum haben das Problem verursacht. Trotzdem
versucht man uns weiszumachen, dass noch mehr Wachstum und Konsum es
wieder beheben können.
Sind wir dabei irgendwie reicher, glücklicher oder ehrenvoller
geworden durch den Schmerz, den Tod, die Zerstörung?
Wir übergeben unseren Kindern eine Welt, die nicht mehr so
ist, wie wir sie übernommen haben. Wir haben ihr Wasser
verseucht, ihre Luft verschmutzt und ihr Land unfruchtbar gemacht.
Wir übergeben ihnen eine Welt, deren Zukunft für uns sicher
war, die jetzt aber am Rande des Zusammenbruchs steht.
Die Regierungen handeln noch immer nicht. Aber DU kannst!
Ganz einfach, indem Du auf Fleisch, Geflügel, Fisch und
Schlacht-Nebenprodukte verzichtest. So leistest Du einen sofortigen
Beitrag für ein Ende das Schmerzes, der Grausamkeit und der
Zerstörung.
Stoppe die Tötungsmaschinerie. Werde Vegetarier! Du hast die Wahl.
Du kannst heute dazu beitragen, die Grausamkeit und Zerstörung zu beenden.
Werde Mitglied bei einer Vegetarier Organisation.
Produziert von: The Vegetarian Society, UK
Deutsche Bearbeitung: Vegi-Büro Schweiz
Uebersetzt aus dem Englischen von: Regula Brunner
Redigiert von: Fredy und Renato
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